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Drucken Sie eine Pistole aus dem Intranet? Einen Anlauf zu unternehmen.

Inwiefern ist die Schusswaffe, deren Blaupausen letzte Wochen für kurzzeitig online gegangen sind, eigentlich gefährdet? Auf dem Schreibtisch befinden sich am Ende mehr als ein gutes halbes Kilo Plastikstücke, die Teil einer richtigen Kanone sein sollen. Ein so hergestellter Gegenstand würde keine Fabrikationsnummer haben, in keinem Waffenkataster erscheinen und von keinem Metallsuchgerät erkannt werden.

Errichten Verbrecher großformatige Feuerwaffen, die ohne zu piepsen durch einen Metall-Scanner gehen? Wird das auch nach Österreich kommen? Dass sich diese Frage überhaupt stellt, hängt von Cody Wilson, US-Amerikaner, 30 Jahre auf. Aber die dahinter stehende Grundidee hat ein begeistertes Publikum erreicht: Wenn Sie wollen, können Sie Ihre eigene Pistole mit einem 3D-Kunststoffdrucker ausdrucken.

Wilson wurde ein berühmter Mann. Sein Name war "Befreier", der befreiende. Wilsons Wahl dieses Namens steht im Einklang mit seiner Lebensphilosophie: Er ist ein erklärter Anhänger des Anarchismus, der daran glaubt, dass jeder Mensch eine eigene Pistole haben sollte, um befreit zu sein. Verbündete auf seiner Reise sind die "Rechtspopulisten", "Ethno-Nationalisten" und "weißen Rechtsextremisten" wie der etablierte US-Präsident Donald Trump, sagt Wilson.

Er hofft, dass eine rechte Bundesregierung in Österreich die EU zerschlagen wird. Nicht nur seine Pistole, sondern die Kombination aus zynischer Genialität und subversiver Philosphie macht Wilson in die Schlagzeilen. Einerseits ist es das, was ihn in die Welt setzt. Es dauerte bis Anfang Juni, bis der Texaner ankündigte, dass er die Konstruktionspläne für den Befreier und andere Rüstungen online bringen würde.

Dies hatte ihm zunächst untersagt, die Konstruktionspläne zu publizieren, da sie gegen die Ausfuhrbestimmungen verstießen. "Schliesslich hat ein Federal Court in Seattle die Publikation mehrerer für den Mittwoch, den I. Aug. 2018, geplanter Bauvorhaben gestoppt, um "potenziell größere Schäden" zu vermeiden. Aber Wilson hatte schon Tage vorher einige Akten aufgeladen.

Seit Jahren zirkulieren die Entwürfe für den Befreier sowieso auf verborgenen Bühnen im so genannten Dunkelknetz, wo sie für ein paar Euro verkauft werden. Der Gedanke der druckbaren 3D-Waffe ist nicht mehr wegzudenken. Das Dateiverzeichnis heißt Laberator und enthält 15 Datensätze mit Bezeichnungen wie Hammerschlag, Frame oder Trigger.

Dabei handelt es sich um Konstruktionspläne, die von fast jedem 3D-Kunststoffdrucker verarbeitet werden können. Die erste Stufe zur Bewaffnung scheint viel zu leicht zu sein. Wenn der geschmolzene Kunststoff zu einer Waffen wird, muss jemand da sein, der dazu ermächtigt ist. Deshalb muss der Produzent für eine Kanone - juristisch gesehen eine Feuerwaffe der Klasse B - eine Waffenbesitzerklärung vorweisen. Diese muss die neue Kanone enthalten, auf der sie registriert werden kann.

Andreas Schwirtz läd in seiner Werkstatt in der Region ein paar Entwürfe in drei 3D-Kunststoffdrucker ein. Für einen Probelauf hat sich der ausgebildete Werkzeugmechaniker und mechatronische Ingenieur geeinigt: Kann der Befreier wirklich so ausgedruckt werden? Schwirtz, der in dem Jahr, in dem Wilson die Pistole zum ersten Mal mit Erfolg getestet hat, seine 3D-Kunststoffdruckerei Virtu-Make durch Zufall eröffneten.

Er ist verärgert, dass wegen Menschen wie Wilson viele Bekannter heute meinen, dass jeder eine Pistole ohne Probleme bedrucken kann. Mit einem einzigen Druckgerät würde der Befreier etwa eine ganze Weile lang gedruckt, so Schwirtz. Um die Konstruktionspläne rechtlich ausdrucken zu können, muss in der Endphase der Besitzer einer Waffenbesitzerklärung vorhanden sein, der die produzierten Teile unverzüglich in Besitz nehmen kann.

Auch wenn im neunten Bezirk Wiens die Druckdüsen die Waffen schichtweise aufbauen, sollte ein Telefonat mit dem Bundesministerium des Inneren klarstellen, ob das Versuch auch in dieser Art und Weise erlaubt ist. Eine Sprecherin bestätigte die Testanordnung am Telefon: ein Beteiligter mit einer Waffenbesitz-Karte, auf der die Pistole registriert werden kann, und ein fristgerechter Termin im Schießbüro, der dann die Security überprüft - dann sollte alles zusammenpassen.

"Ihr selbstgesteuerter Versuch, eine Pistole von einem 3D-Drucker zu drucken, wäre nach Absprache mit unseren Juristen in Österreich unter Strafe zu stellen! Nach Angaben des Ministeriums duerfen nur diejenigen eine Pistole errichten. Die hergestellte Pistole wäre ohne die Genehmigung rechtswidrig und könnte nicht mehr zugelassen werden. Verstöße gegen diese Regel können nicht nur zu einer Geldstrafe von bis zu 3600 EUR, sondern auch zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren wegen des Besitztums einer rechtswidrigen Harnischwaffe führen.

Jeder, der eine Waffenbesitz-Karte hat, kauft eine echte Pistole. Kunststoffwaffen sind in Österreich noch nicht für Straftaten eingesetzt worden, sagt das Bundesinnenministerium. "Die Tatsache, dass der Befreier so aufgebaut werden kann, dass er von Metall-Scannern nicht wahrgenommen wird, ist vielleicht ein Problem", sagt ein Polizeimitarbeiter, der ungenannt bleibt. Es gibt nur eine einzige Fragestellung, bei der sich niemand wirklich sicher ist: Wo steht im österreichischen Recht, ob man eine Pistole in den eigenen vier Wände aufbauen darf oder nicht?

Bisher gab es keine Präzedenzfälle, ob eine einzelne nur für den Hausgebrauch gefertigte Pistole wirklich unter die Handelsregeln fallen würde. Es ist also nicht klar, ob eine Waffenbesitz-Karte ausreicht, um den Befreier auf einem 3D-Kunststoffdrucker zu drucken, oder ob ein Gewerbenachweis erforderlich wäre. Dabei beschlagnahmte sie drei Waffentaschen, die in einem 3D-Kunststoffdrucker hergestellt wurden. In einem israelischen TV-Team wurde der Befreier im Sommersemester 2013 gebaut und getestet: Der Run brach bei der ersten Aufnahme zusammen.

Aber das grösste Hindernis für die USA ist Cody Wilson und seine Waffen für alle Aktivisten. Das dortige Waffengesetz erlaubt es nicht nur fast jedem, eine eigene Pistole für den Heimgebrauch herzustellen, die er in der Regel nicht einmal nachträglich anmelden muss, sondern macht es in einigen Staaten auch besonders einfach: Die Komponenten für halbautomatische Gewehrkupplungen wie die AR-15 können über das Netz bestellt werden.

Das zu registrierende Teil wird roh per Briefpost zugestellt und ist daher keine Pistole - kann aber in weniger als einer halben Woche mit Hilfe von vorgefertigten Bohrsätzen schussbereit gemacht werden. The " Ghost Guns " sind ein Wachstumsmarkt in den USA, der Befreier ist nur ein Marketinginstrument.

Wilson gründete eine Firma: Daraus kann man nicht in aller Eile eine Gewehr zusammenstellen. Somit ist es völlig sicher, dass der 3D-Kunststoffdrucker nicht zur Handelswaffe geworden ist. Jeder, der in Österreich einen Befreier ausgibt, steht mit einem Bein im Verbrecher und mit dem anderen im Spital, sollte er es sich trauen, die spröde Knarre selbst zu prüfen.

Also das schnelle Ausdrucken einer Pistole geht nicht. Niemand, der aus beruflichen oder strafrechtlichen Gründen eine Pistole benötigt, würde sich auf den Befreier berufen. Aber dafür würde es eine in einem zugelassenen Unternehmen hergestellte und vom Besitzer einer Waffenbesitz-Karte erworbene Patronen benötigen.

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