Abflauen (V): Nachlassen des Windes
Ablegen (V): Mit einem an einer Brücke, Pier o. ä. festgemachten Schiff abfahren.
Achterdeck (R): erhöhtes Deck am Heck (seit dem Mittelalter)
Achtern (V): hinten. Achteraus: die Richtung nach hinten, z. B. achteraus in Sicht.
Achtersteven (R): am Heck; vergl. Vorsteven.
Anker (Z): Ein Anker besteht aus drei Teilen: Schaft, Arme u. Ankerstock. Dieser ist quer versetzt zu den Armen, damit der Anker nicht waagerecht auf dem Grund liegt, weil sich dann die Arme nicht festhaken können. Seit wann es Anker gibt, ist unbekannt. Bereits 2500 v.Chr. schleppten die Ägypter mit Tauen zusammengebundenes Material hinter den Schiffen her, um diese abzubremsen. Die Griechen ließen bei Bedarf rings an der Bordwand befestigte Steine herab. Eine weitere Methode waren in Weidenkörbe oder Säcke gefüllte Steine. Mit einer zusätzlichen Leine am Boden konnte dieser am Meeresboden ausgekippt u. leer hochgezogen werden. Ein großer Stein auf zwei kreuzförmig übereinander gebundenen Balken stellte eine erste Annäherung an den uns bekannten Anker dar. Dessen Form entstand etwa im 5. Jh. v.Chr. u. ist seitdem im wesentlichen unverändert. Zuerst bestand der Anker weitgehend aus Holz, doch schnell bürgerten sich Metallbeschläge o. eine teilweise Fertigung aus Metall ein. Die Römer schließlich fertigten gänzlich aus Eisen bestehende Anker. Die Holzanker verschwanden aber erst im Mittelalter völlig. Bis in diese Zeit gab es auch zwei Formen: gerade o. gebogene Arme. Ein Schiff besaß meist mehrere Anker. Der schwerste, bis zu 200 kg, v.a. für den Notfall gedacht, hieß schon in der Antike Heiliger Anker. Damals u. auch im Christentum ist der Anker ein Symbol der Hoffnung. Anker waren meist an starken Tauen befestigt, erste Ankerketten verwendeten die Römer. Das Gangspill, eine drehbare Trommel auf einer Plattform, bewegt mittels in seitliche Löcher gesteckte Hebel, auf der das Ankerseil aufgedreht wurde, benutzten bereits die Römer (Anker lichten = Anker hochhieven). Das Ankerseil wird durch ein Loch in der Bordwand gezogen, vgl. Klüse
Anschlagen (V): Segel befestigen. Ggt. abschlagen.
Artemon (M): auf antiken Schiffen ein schräg nach vorne geneigter Mast mit Rahsegel im Vorschiff.
Auffrischen (V): Der Wind nimmt an Stärke zu.
Aufklaren (V): Das Wetter bessert sich.
Aus dem Ruder laufen (V): Wenn das Ruder keine Wirkung mehr hat u. das Schiff ausschert.
Auslaufen (V): den Hafen verlassen. Ggt. einlaufen.
Außenbords(V): die Außenseite des Schiffes.
Back (R): Erhöhtes Deck am Bug, das als Kampfplatz u. zum Aufstellen kleiner Kanonen diente, u. bis hinter das → Galion reichte.
Beidrehen (V): Manöver, mit dem das Schiff fast zum Stehen gebracht wird, weil es in den Wind dreht.
Bergen (V): 1. Segel bergen, d.h. einholen; 2. einen Gegenstand o. ein in Not befindliches Fahrzeug in Sicherheit bringen; 3. Ladung, Besatzung usw. herunterholen.
Besanmast (M): Mast im Achterschiff mit Lateinsegel, hieß bei Takelung mit Rahsegel → Kreuzmast.
Bilge (R): Kielraum, die tiefste Stelle im Schiffsrumpf. Dort sammelte sich Leck-, Schwitz- und Schmutzwasser.
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Block (T): Ein Gehäuse aus Holz, in dem über eine |
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Boje (Z): Im Grund verankerter Schwimmkörper zum Festmachen von Fahrzeugen u. zur Markierung einer bestimmten Stelle.
Boot (Z): Ein kleines Wasserfahrzeug mit Riemen- u./o. Segelantrieb. Es haben sich eine Fülle von Bootstypen entwickelt. Auch Schiffe führen Boote mit (= Beiboot), u. a. für die Verbindung zu anderen Schiffen o. zum Land. Bis Ende des 18. Jh.s war es oft nur eines, das meist nachgeschleppt wurde, nur größere Schiffe hatten zwei, die z. T. auch an Bord untergebracht waren. Das bekannteste ist das Rettungsboot, ein großes Ruderboot, mit Riemen, Segel u. Proviant ausgerüstet. Meist kein eigener Typ, sondern eine zusätzliche Funktion des bzw. der vorhandenen Boote. Andere Boote eines Schiffes sind die Barkasse, ein großes u. robustes Boot für Arbeiten auf See wie das Aussetzen eines Ankers u. den Warentransport zwischen Hafen und Schiff. In der kleinen Ausführung nannte man es Barke. Ein vielfältiger Typ war die Schaluppe. Die Jolle war kurz u. breit, für Arbeiten am Schiff, die Gig, leicht u. schlank, war der Beförderung des Kapitäns u. der Offiziere vorbehalten. Das kleinste Beiboot ist das Dingi.
Bord (V): Man ist "an Bord" (auf dem Schiff), man geht "an" o. "von" Bord (nicht verwechseln mit "an Deck").
Brassen (Tl): Diese Taue sind an den Enden der → Rahen angebracht. Mit ihrer Hilfe werden die Segel in verschiedene Stellungen gedreht (das Brassen der Segel). Bei einem mehrmastigen Schiff werden mit den Brassen mehrere Rahen miteinander verbunden, so daß diese bei einem Segelmanöver gleichzeitig in die gleiche Richtung gedreht werden können.
Bug (R): Der vorderste Bereich des Schiffes. Seine Form blieb immer annähernd gleich. Bei antiken Kriegsschiffen war am unteren Ende des → Vorstevens ein Rammsporn angebracht. Seit dem Mittelalter entwickelte sich am oberen Teil das → Galion.
Bugspriet (M): Ein schräg nach vorn geneigter, über den Bug hinausragender Mast.
Deck (R): Das Oberdeck bei ein-, die Decks bei mehrdeckigen Schiffen, also die von oben nach unten gezählten "Etagen" des Schiffes. Man ist "an Deck" (nicht verwechseln mit "an Bord") o. "unter Deck". Es ist in der Mitte leicht nach oben gewölbt.
Decksbalken (R): Sie bilden die Querverbindung der Spanten, tragen die → Decksbeplankung u. stützen den Schiffskörper gegen den seitlichen Wasserdruck.
Decksbeplankung (R): Die aus widerstandsfähigem Pinien- o. Teakholz bestehenden Planken sind in Längsrichtung mit Nägeln o. Schrauben auf den → Decksbalken befestigt. Die Decksplanken müssen sorgfältig → kalfatert werden.
Dolle (R): Gabelförmiges Eisen oder Holzpflöcke, oben auf den Bootsrand gesteckt, in das die → Riemen hineingelegt werden.
Entern (V): in die → Takelage klettern; hinauf = "aufentern", hinab = "niederentern"
Fallen (Tl; sg. Fall): Jeweils zwei Taue halten die → Rah nahe der Mitte u. dienen zum → Heißen der Segel, indem mit ihrer Hilfe die Rah mit dem daran hängenden Segel hochgehoben wird. Diese Taue laufen über Rollen, die an den Schiffsseiten befestigt sind.
Fallreep (Z): Diese ganz aus Tauen bestehende o. aus zwischen zwei Tauen geknüpften hölzernen Stufen dienten wie eine Strickleiter dazu, an Bord gelangen zu können. Die luxuriöse Ausführung war eine komplette Holztreppe, die seitlich an der Bordwand herabgelassen wurde. Manchmal waren sogar direkt in die Bordwand Stufen eingelassen, die senkrecht nach oben führten.
fieren (V): ein Tau lose geben, Ggt. von → heißen
Flaggen (V): die Flagge setzen
Fockmast (M): der bugwärts gelegene Mast
Freibord (V): die Höhe der Bordwand über der Wasserlinie
Galion (R): Ein "Vorbau" am oberen Ende des → Vorstevens, der als Auflage für den → Bugspriet, Bedienung der vorderen Segel, Dekoration u. Abtritt für die Mannschaft fungierte. Darüber wurde die Galionsfigur befestigt.
Geitaue (Tl): Sie führen vom äußeren Ende der → Rah zu den unteren Ecken des Segels, das damit zur Rah hinaufgezogen u. somit → gerefft werden kann.
Glas, glasen (V): Traditionelles seemännisches Zeitmaß (1 Glas = ½ Stunde), dessen Name sich von der Sanduhr herleitet. Dieses "Stundenglas" stand neben dem Kompaß u. mußte jede halbe Stunde umgedreht werden. Verkündet wurde die Zeit durch Anschlagen der Schiffsglocke.
Gordings (Tl): Sie führen in Abständen von der → Rah zum unteren Segelrand hinunter u. dienen zusammen mit den → Geitauen zum → Reffen. So kann das Segel vom Deck aus wie eine Jalousie hochgezogen werden.
Großmast (M): der größte Mast
Halsen (Tl): Der Gegenpart der → Schoten, sie ziehen die Segelenden bugwärts.
Heck (R): Der hinterste Bereich des Schiffes. Es kann verschiedene Formen haben: rund zulaufend (z. B. Antike), dann annähernd viereckig (→ Spiegel) bis zur Einführung des heute üblichen runden Hecks um 1850. Oft ragten Decks nach hinten über den → Achtersteven hinaus. Durch das viereckige Heck entstand Platz für mehrere Räume, wo die Verwaltung des Schiffes untergebracht war, also die Kabinen der Offiziere, Schreiber u.ä. Dieses Heck wurde mit Verzierungen versehen, die v. a. zwischen dem 17. bis zur Mitte des 18. Jh.s sehr üppig ausfielen.
Heißen (hissen) (V): Tau anziehen, Ggt. von → fieren
Kai (V): gemauertes Ufer am tiefen Wasser als Anlege-, Lade- und Löschplatz für Schiffe
Kalfatern (R): Abdichten der Plankennähte von Rumpf und Deck mit Werg und Teer.
Karweel (R): vergl. → Planken
Kastell (R): erhöhter Decksaufbau
Kentern (V): das Umkippen/Umfallen eines Fahrzeuges
Kiel (R): Ein rechteckiger Balken, der vom Bug bis zum Heck reicht. Er ist aus mehreren Stücken zusammengesetzt, die einander abgeschrägt überlappen. An beiden Seiten befindet sich in Längsrichtung eine Kerbe, in welche die ersten Planken eingefügt werden.
Kielschwein (R): eine Art "Parallelkiel"
zur Verstärkung des → Kiels.
Er ist über den untersten Spantenstücken (→
Spant), die über dem Kiel
zusammenstoßen, angebracht.

Klampe (V): fest montierter "Haken" in Form eines Ambosses zum Festzurren von Tauen
Klinker (R): vergl. → Planken
Klüse (R): Öffnung in der Bordwand, durch das Ankerkette oder –tau geführt wird.
Knoten (V): Maßeinheit für die Geschwindigkeit eines Schiffes: 1 Knoten (kn) = 1 Seemeile (1,852 km) pro Stunde
Koje (Z): Fest eingebautes Bett an Bord.
Kombüse (R): Schiffsküche
Kreuzen (V): Segeln gegen den Wind.
Kreuzmast: (M): kleiner, heckwärts gelegener Mast
Kurs (V): Die Richtung, in die ein Schiff fährt.
Längsseits (V): an der Schiffsseite; "längsseits gehen, kommen, liegen" usw.
Lateinsegel (S): Dreieckiges Segel, mit der längsten Seite an einer → Rute befestigt. Im Gegensatz zu den → Rahsegeln, die quer zum Schiff hängen, sind Lateinsegel in Längsrichtung befestigt. Damit boten sie die technischen Voraussetzungen für das → Kreuzen gegen den Wind, weshalb sie sich schnell verbreiteten, nachdem sie im 8. oder 9. Jh. im Mittelmeerraum erfunden worden waren. Der Ursprung des Segels u. seines Namens sind umstritten. Seit dem Ende des Mittelalters verbreitete es sich nach Norden u. ersetzte das Rahsegel am → Besanmast.
Laufendes Gut (Tl): Sammelbezeichnung für die Taue, welche zum Bedienen der Segel dienen.
Lee (V): die dem Wind abgekehrte Seite des Schiffes
Lenz (V): leer; lenzen: leeren, trocken machen
Logbuch (V): Schiffstagebuch
Luke (R): Öffnung in einem → Deck für Licht, Luft u. den Durchgang zu anderen Decks. Sie wird mit einem abnehmbaren Lukendeckel u. bei schlechtem Wetter zusätzlich mit einer wasserundurchlässigen Leinwand verschlossen. Bei gutem Wetter wird der Deckel durch ein stabiles Gitter (Gräting) ersetzt. Über Luken wurden auch Oberlichter angebracht, z. B. hölzerne Einfassungen mit Glasscheiben u./o. Pforten.
Luv (V): die dem Wind zugekehrte Seite des Schiffes
Mars (pl. Marsen) (M): Eine Plattform mit einem großen Loch in der Mitte, durch die der Mast führt. Hauptaufgabe der Mars ist die Verbindung der verschiedenen Mastteile. Außerdem bietet sie den Matrosen eine Standfläche als Ausguck u. zur Bedienung der Taue. Vor Einführung der mehrteiligen Masten (→ Mast) befand sich die Mars auf der Mastspitze u. hatte noch die Form eines Korbes (→ Mastkorb). Dort wurden in Gefechten Bogen-, Armbrust- bzw. Gewehrschützen postiert.
Mast (M): Die Zahl der Masten wuchs mit der
Entwicklung des Schiffbaus. Seit der Frühzeit der Schiffahrt hatten
die meisten Schiffe einen Mast mit einem Segel. Die erste Weiterentwicklung
kam von den Griechen mit einem nach vorne geneigten Mast (Artemon). Um
1500 wurden erstmals Schiffe mit drei senkrechten u. einem schrägen
Mast am Bug gebaut, dem bekanntesten u. häufigsten Typ. Masten wurden
aus leichten, harzreichen Hölzern, z. B. Tanne, Pinie o. Pechkiefer
gefertigt. Bei kleineren u. antiken Schiffen bestanden sie aus einem Stück.
Erst seit dem Mittelalter baute man Masten aus drei Teilen, die mit den
→ Marsen verbunden wurden.
Der Mast endete unten mit einem quadratischen Zapfen (Mastfuß), der
in die Mastspur eingesetzt wurde, eine längliche Vertiefung im →
Kielschwein o. eine aus mehreren Teilen zusammengesetzte
Stützvorrichtung. 
Mastkorb (M): andere Bezeichnung für → Mars.
Mole (V): Steindamm zum Schutz eines Hafens gegen Brandung, Strömung oder Versandung.
Pier (V): Hafendamm, feste Anlegebrücke
Planken, die Beplankung (R): die Verkleidung
des Schiffsgerippes, bei großen Schiffen doppelt. Sie besteht aus
längs auf die → Spanten aufgenagelten Planken
(Brettern). Es gibt zwei Methoden: Klinker und Karweel. Die erste entwickelte
sich in den nördlichen Ländern. Bei dieser überlappen sich
die Planken teilweise, so daß der Rand der
einen Planke auf dem der vorhergehenden aufliegt. Die Ränder sind
mit Kupfernägeln aufeinander befestigt. Karweel-Beplankung war im
Mittelmeerraum zu Hause. Hier stoßen die Ränder der Planken
direkt aneinander u. werden mit Nähten o. Dübeln u. Zapfen miteinander
verbunden.


Pullen (V): rudern
Pumpen (Z): Sie sollen eingedrungenes Wasser am Schiffsboden entfernen. Die früheste Form waren die Kolbenpumpen. Seitlich am → Großmast führte ein langes Rohr bis ins unterste → Deck. Mit dem Pumpenschwengel, auf dem obersten Deck neben dem Großmast befestigt, wurde ein langer Kolben in das Pumpenrohr gedrückt. Durch Druck u. Ansaugen gelangte das Wasser in ein vom Pumpenrohr abzweigendes Rohr, welches unter der → Decksbeplankung bis zu einer Öffnung nach draußen führte (Speigatt).
Pütz (Z): Eimer
Poopdeck o. Puppdeck (ansch. auch Quarterdeck gen.; (R): weiteres erhöhtes → Deck über dem →Achterdeck. Wie die → Back diente es als Kampfplatz u. Aufstellungsort für kleine Kanonen. In seinem Inneren waren die → Kajüten für Kapitän u. Offiziere untergebracht. An den Seiten führte jeweils eine kleine Treppe auf das Achterdeck hinunter. Der Platz zwischen den Treppen wurde nach vorn mit einer kleinen Balustrade abgeschlossen. In vielen Filmen hält von hier aus der Kapitän Reden an seine Mannschaft.
Rah (M): Ein waagerechter Balken zur Befestigung der Segel, der aus ein oder zwei Teilen besteht. In letzterem Falle werden die sich überlappenden Teile mit festen Seilwindungen verbunden. Eine Sonderform der Rahen sind die → Ruten.
Rahsegel (S): Viereckige Segel, die mit der Oberseite an einer → Rah, mit der Unterseite entweder an einer darunterliegenden Rah o. mit Tauen am Deck befestigt sind. Die unteren Rahsegel, nach dem entsprechenden Mast benannt, heißen Fock- (→ Fockmast), Groß- (→ Großmast) u. Kreuzsegel (→ Kreuzmast). Die Bezeichnungen der oberen Segel leiten sich von den Rahen her, an denen sie angebracht sind, z. B. Marssegel, Bramsegel. Bis ins Mittelalter verfügte man meist über ein Rahsegel am Mast, erst im 15. Jh. wurden mehrere Segel übereinander befestigt.
Reffen (V): ein Segel verkleinern bzw. verkürzen
Reling (R): Offenes Geländer über< der Kante des Decks.
Riemen (Z): Seemännischer Ausdruck für Ruder (des Ruderbootes). Es besteht aus dem Schaft u. dem Ruderblatt. Gerudert wird mit den Riemen, gesteuert mit dem Ruder.
Ruder (Z): Das Steuer des Schiffes. Die älteste Form war
bis ins Mittelalter hinein das Seitenruder. Zwei breite Riemen
mit großem Blatt waren an den beiden Seiten des Hecks
befestigt u. wurden von dort vom Steuermann bedient.
Es gab auch Schiffe mit nur einem Ruder, z. B. die der Wikinger. Im 13.
Jh. kam das Heckruder auf, das bis heute weitgehend unverändert geblieben
ist. Es besteht aus zwei Teilen: dem fest mit dem →
Achtersteven verbundenen Ruderstamm u. dem
daran beweglich montierten Ruderblatt. An dessen oberem Ende ist die Ruderpinne
befestigt, eine Stange, mit der das Ruderblatt bewegt wird. Zuerst bediente
der → Rudergänger
die Ruderpinne direkt. Seit dem frühen 16. Jh. erleichterte ihm die
Erfindung des Kolderstocks die Handhabung der Ruder der großen
Schiffe: die Ruderpinne bewegte er nun mittels einer senkrecht befestigten
Stange. Das uns aus diversen Filmen so vertraute Steuerrad wurde
erst Anfang des 18. Jh.s eingeführt. Von nun an wurde die Ruderpinne
mit Seilen bewegt, die vom Steuerrad auf einer Trommel auf- u. abgerollt
wurden.

Rudergänger (V): derjenige, der
tatsächlich das Schiff steuert (→ Steuermann)
Rute (M): Schräg am Mast befestigte Rahen, die das → Lateinsegel tragen.
Schanzkleid (R): Eine an Stelle einer → Reling durchgehende Plankenwand, die oben mit einem Handlauf abschließt.
Schiffsbreite (V): Sie wird an der breitesten Stelle gemessen.
Schiffskörper (V): Er besteht aus Vorschiff, Mittelschiff u. Hinterschiff (Achterschiff).
Schiffslänge (V): der Abstand zwischen den äußersten Enden von Bug u. Heck, also inklusive z. B. einer → Galionsfigur (= Länge über alles).
Schiffsschnabel (R): vergl. Galion
Schoten (Tl): Mit diesen Tauen, die an den unteren Ecken der Segel befestigt sind, können die Enden der Segel heckwärts gezogen werden.
Schott (R): Trennwand zur Gliederung des Schiffes in mehrere wasserdichte Abteilungen
Seegang (V): Wellenbewegung, in Stärken eingeteilt von 0-9.
Seekiste (V): "Koffer" des Seemanns, enthält seine gesamte Habe u. diente ihm als Sitzgelegenheit
Segel (S): Segel gibt es in verschiedenen Formen: rechteckig, dreieckig o. trapezförmig, im außereuropäischen Raum auch noch weitere Formen. Die bekanntesten Typen sind → Rahsegel u. → Lateinsegel. Segel bestehen aus mehreren Streifen Segeltuch, die durch Doppelnähte miteinander verbunden sind. Die Ränder sind umgeschlagen, durch den Umschlag können Seile zum Bedienen der Segel gezogen werden. Zusätzlich ist das Segel mit verstärkten Querbändern versehen. "Segel reffen" bezieht sich auf die an diesen Querbändern befestigten Reffbänder, mit deren Hilfe die eingeholte Leinwand zusammengebunden werden kann.
Spanten (R): Diese Querbalken bilden gemeinsam mit dem → Kiel das Skelett des Rumpfes. Sie sind in kurzen Abständen (weniger als ½ m) am Kiel befestigt. Jeder Spant besteht aus zwei Rippen rechts u. links des Kiels. Sie sind nach demselben Prinzip wie dieser zusammengesetzt. Ihre Anzahl ist abhängig von der Länge des Schiffes u. der angestrebten Festigkeit.
Spiegel (R): plattes → Heck
Stage (Ts): Sie halten den Mast in Längsrichtung aufrecht.
stehendes Gut (Ts): Sammelbezeichnung für die Taue, die die Masten halten
Steuerbord u. Backbord (V): die Seiten des Schiffes. Steuerbord ist der Teil rechts vom Beobachter mit Blick auf den Bug, Backbord liegt links.
Steuermann (V): Der Erste Steuermann war der ranghöchste Offizier hinter dem Kapitän, er fungierte als Erster Offizier. Er war für die Navigation zuständig (→ Rudergänger).
Steven (R): vordere u. hintere Begrenzung eines Schiffes, über die Wasserlinie hinausragende Verlängerung des Kiels nach oben (→ Vorsteven, → Achtersteven).
Takeln o. auftakeln (M, S, T): Das Schiff mit einer → Takelage versehen. Wird diese abgenommen, wird abgetakelt.
Takelung,Takelage (M, S, T): Sammelbegriff für alle → Masten, → Rahen, → Segel u. das → stehende u. → laufende Gut.
Tau (T): Seil aus Hanf, meist aus mehreren Strängen zusammengedreht. Beim Spleißen des Taus werden diese wieder getrennt. Für die zahllosen Verwendungsmöglichkeiten von Tauen haben die Seeleute eine Vielzahl von z. T. kunstvollen Knoten erfunden, die alle trotz ihrer Festigkeit bei Bedarf wieder rasch zu lösen sind.
Tauwerk (= Gut) (T): Gesamtheit aller Taue an Bord, eingeteilt in → stehendes u. → laufendes Gut.
Tiefgang (V): Der senkrechte Abstand zwischen der Wasseroberfläche u. dem Kiel. Er ändert sich je nach Gewicht der Ladung.
Topp (M): das oberste Ende eines Mastes
Toppnanten (Ts): Sie sind jeweils an den Enden der → Rah befestigt u. halten diese waagerecht. Sie laufen über Rollen am Mast an diesem entlang bis zum Deck.
Tragfähigkeit (V): Der Unterschied zwischen beiden Werten der → Verdrängung (beladen u. unbeladen). Wird sie überschritten, also das Schiff überladen, sinkt es.
Trimmen (V): 1. dem Schiff mit richtiger Mast- u. Segelstellung u. Gewichtsverteilung die bestmöglichen Segeleigenschaften zu geben; 2. die Besatzung gut einüben.
Trossen (T): Die dicksten Taue, sie dienen z. B. zum Vertäuen (Festmachen des Schiffes) o. Schleppen.
Überwasserschiff (totes Werk) (V): Schiffsteil über der Wasserlinie. Hier finden sich Unterkünfte, Bedienungszentralen u. Steueranlagen, bei Kriegsschiffen noch Waffen u. Kommandostellen. Die Außenfläche des Rumpfes bildet gleichzeitig die Panzerung, darüber befindet sich die → Reling o. das → Schanzkleid aus Planken o. Platten.
Unterwasserschiff (lebendes Werk) (V): Der unter Wasser gelegene Teil des Schiffes, wo Ladung, Antrieb u. Maschinen untergebracht sind.
Untiefe (V): flache Stelle innerhalb o. außerhalb des Fahrwassers
Verdrängung (V): das Gesamtgewicht des Schiffes. Es entspricht dem Gewicht der durch den eingetauchten Rumpfteil verdrängten Wassermenge. Diese Wassermenge ist die Verdrängung des Schiffes u. wird in Tonnen angegeben. Die Verdrängung ändert sich je nach Gewicht der Ladung. Es gibt also zwei Verdrängungen: die des voll beladenen u. des leeren Schiffes.
Vorsteven (R): vorderer Abschluß des Rumpfes, direkt o. mit einem Übergangsstück mit dem Kiel zusammengefügt, an dessen vorderem Ende er sich mehr o. weniger senkrecht erhebt. Auf der Spitze ruht die → Galionsfigur.
Wanten (Ts): Meist mehrere Taue nebeneinander, die den Mast von den beiden Seitenwänden des Schiffes her halten. Bei den späteren Segelschiffen verband man die Taue auf jeder Seite mit Leinen, so daß diese als "Strickleitern" den Seeleuten den Aufstieg auf die Masten ermöglichten.
Werg (V): Flachsfasern, die beim Kämmen des Flachses als Abfallprodukt abfallen (→ kalfatern)